Lea Zweite beim Gamperney-Berglauf im Schweizer Grabs
Erfolgreicher Trip in die Schweizer Alpen für unsere Lea. Im vom DLV vorgeschlagenen „Präsentationswettkampf“ für den Berglaufkader konnte sie in der Klasse der Juniorinnen einen starken zweiten Platz erkämpfen. Doch dazu später mehr.

Denn zunächst präsentierte sich die Schweiz bei der Anreise so, wie man sie aus dem Reiseführer kennt: Imposantes, schroffes Bergpanorama untermalt vom steten Klang der Kuhglocken, Schokolade zur Begrüßung, Käsefonduetopf im Schrank – es hätte Urlaub sein können. Hätte…

Nachdem die Startunterlagen abgeholt waren, ging es an das Bekanntmachen mit der Strecke. Und spätestens dann wurde klar, dass der Aufenthalt alles andere als Urlaub werden würde. Denn die Strecke hatte es in sich. Insgesamt waren 8,8km zu bewältigen; das alleine hört sich für den Läufer nicht nach viel an. Nach den ersten anderthalb flachen Kilometern auf einer Schleife durch den an der Schweizer Grenze zu Österreich und Liechtenstein gelegenen Ort Grabs ging es dann jedoch für das Läuferfeld daran, von 500m ü.N. gestartet, den Studner Berg bis zur Gamperney-Berghütte auf 1.450m ü.N. zu erklimmen. Zunächst auf Serpentinenstraßen, sind die letzten 3km der Strecke ausschließlich auf stetig steiler werdenden Wandertrails zu erledigen. Auf den letzten 800m der Strecke lief man dann gefühlt mehr nach oben als nach vorne – Urlaubsvergnügen geht anders.

Lea hatte sich daher eine konservativere Laufeinteilung zurechtgelegt. „Locker loslaufen, mit den Kräften haushalten, hinten raus attackieren, Hauptsache durchlaufen“ war ihre Maxime. Bis sie beim Aufwärmen mit einem erfahrenen Sportler ins Gespräch kam, und dann alles über den Haufen warf. „Auf der Strecke kannst du nur vorne heraus attackieren und gewinnen. Nutze den etwas flacheren und geteerten Teil (bis 5,8km) voll aus – ab da stirbst du sowieso!“ war der Rat, den sie sich zu Herzen nahm. Der zweite Tipp war, an den steilsten Stellen auf jeden Fall zu gehen. Denn, so paradox sich das anhört: Gehen ist dann schneller und effizienter, denn man macht mit weniger Schritten viel mehr Strecke und spart Energie, da andere Muskelpartien angesprochen werden. An den steilsten Rampen musste der Läuferstolz also mal kurz vergessen werden.

Lea beherzigte diese Tipps und wurde am Ende auch dafür belohnt. Mit einer Zeit von 1:01:15 belegte sie einen hervorragenden zweiten Platz in der Klasse der „Espoirs“ – das ist vergleichbar mit der Juniorinnen- bzw. U23-Klasse des DLV. Dank der veränderten Lauftaktik konnte sie einige, ebenfalls aus Deutschland angereiste Mitkonkurrentinnen, die vor ein paar Wochen im Breisgau noch drei Minuten vor ihr lagen, deutlich distanzieren. In der Zielversorgung war dann also kein schmerzverzehrtes, sondern ein freudestrahlendes Gesicht zu sehen, als ihr die Platzierung zugerufen wurde.

Mit dem Ergebnis kann nicht nur Lea und die CLV-Trainerabteilung zufrieden sein, sondern als einer der ersten Gratulanten war auch der Bundestrainer sehr beeindruckt von der sportlichen Leistung. Die Kontaktdaten wurden beim Auslaufen weitergegeben, und wir als CLV hoffen da natürlich auf einen regen Austausch und auf tolle Nachrichten für Lea.
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